In einer gemeinsamen Studie¹ haben der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg den Einfluss der Digitalisierung auf den internationalen Online-Handel untersucht. Das Ergebnis: 80 % der rund 300 befragten Händler verkaufen bereits ins Ausland, nur 10 % beschränken sich derzeit und in naher Zukunft auf die nationale Ebene. Besonders rechtliche Unsicherheiten beschreiben die teilnehmenden Händler als Hindernis. Neben Deutschland wird vor allem nach Österreich (59,3 %) und Frankreich (41,5 %), sowie in die Niederlande (32,8 %) und Schweiz (39,5 %) verkauft. Außerhalb der EU werden vor allem die USA (22,5 %), Australien (4,3 %), Russland (7,1 %) und China (11,5 %) als Absatzmärkte genutzt.

Untersucht und unterteilt wurde dabei auch, wie sich die zwei Segmente B2B und B2C gegenüberstehen.

Das Ergebnis zeigt, dass das B2B-Segment auffällig stark gewachsen ist. So nimmt der Verkauf im B2B-Bereich in Deutschland und den Nachbarländern bei den befragten Händlern einen fast gleich großen Anteil wie der B2C-Bereich ein. Beim Verkauf in den mittel- und osteuropäischen Ländern ist der Anteil sogar höher und beispielsweise in der Slowakei, Russland und auch China mit über 60 % das dominante Kundensegment.

Unabhängig davon, ob die Kundenbeziehungen nun zwischen Unternehmen oder Privatpersonen abgewickelt werden, ist das Angebot des Zahlungsartenportfolios der Online-Händler, die international verkaufen, beträchtlich: In den näher betrachteten Fokusländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Großbritannien, den USA und China) werden dem Kunden durchschnittlich mindestens sieben Zahlungsverfahren angeboten. Dabei ist das Angebot von Vorkasse, Rechnung und PayPal bei allen befragten Händlern dominant. Beim Kunden beliebt sind vorzugsweise PayPal und der Kauf auf Rechnung. Interessant ist, dass in Italien von jedem fünften Online-Käufer Amazon Pay benutzt wird.

Jedoch wollen auch noch viele Händler ihre Waren nicht auf ausländischen Märkten verkaufen. Die häufigsten Gründe hierfür sind die rechtlichen Unsicherheiten beim Verkauf an Kunden (B2C und B2B) im Ausland. Hinzu kommt ein zu umfangreiches und damit kompliziertes Zollsystem sowie die Unsicherheit bei der Zahlungs- und Retourenabwicklung. Gerade die Versand- und Retourenabwicklung wird als problematisch angesehen, auch wenn die Prozesse selbst im Vergleich zu Deutschland zum sehr großen Teil als ähnlich eingestuft werden.


Dies könnte auch mit den fehlenden Informationen über die ausländischen Märkte zusammenhängen, die von
27 % der Händler als Grund genannt wurden. Aus Sicht der deutschen Händler existieren also allgemein viele Unsi- cherheiten beim Cross-Border-Commerce. Jedoch dürfen diejenigen deutschen Händler mit der Internationalisieung nicht mehr lange warten, die sich bisher dem internationalen Verkauf fern gehalten haben: Wie die Ergebnisse ebenfalls zeigen, rechnen 83 % der Händler damit, dass die Konkurrenz immer stärker international agiert.

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