Ratenkauf und Ratenkredit

Von Bedeutung ist die Abgrenzung des Ratenkaufs vom (klassischen) Ratenkredit. Zum einen besteht für den Kunden die Möglichkeit, einen Kauf durch gleichzeitiges Abschließen eines Ratenkredits im Sinne eines Verbraucherdarlehens nach §491 BGB zu finanzieren. Zum anderen kann zwischen Verkäufer und Käufer eine Vereinbarung zur Tilgung einer Schuld mittels ratenweiser Zahlung oder Begleichung der Schuld innerhalb eines festgelegten Zeitraums getroffen werden. Dieser Ratenkauf stellt im juristischen Sinne eine Teilzahlung dar. Da es sich um ein Teilzahlungsgeschäft und somit keinen klassischen Kredit handelt, ist eine Legitimation des Kunden wie etwa durch Postident in Bezug auf das Geldwäschegesetz bei unbaren Geschäften für Händler nicht gesetzlich vorgeschrieben. So kann die gesamte Abwicklung medienbruchfrei und somit sehr effizient gestaltet werden.

 

Branche und Warenkorbwert sind ausschlaggebend

Die ibi-Studie zeigt, dass der Ratenkauf bei jedem vierten der befragten Händler (28 Prozent) im Einsatz ist und damit deutlich häufiger als bei einer früheren Befragung aus dem Jahr 2015. Immerhin 19 Prozent der Kunden nutzen den Ratenkauf beim Einkaufen im Internet zumindest gelegentlich. Dabei erachten die Händler den Ratenkauf für die meisten Warengruppen als geeignet. Unterhaltungselektronik, Möbel und Dekoration oder Fahrräder sind die am häufigsten genannten Branchen. Wichtiger als die Warengruppe ist der Warenkorbwert: Je höher der Einkaufswert ist, desto geeigneter erscheint das Angebot des Ratenkaufs.

Einfacher Bezahlprozess ohne Medienbruch

Als wichtigste Anforderung an den Anbieter des Ratenkaufs bewerten die Händler, dass dieser einen reinen Online-Prozess ohne Medienbruch und mit sofortiger Zusage im Checkout anbieten kann, also ohne aufwendige Identitätsprüfung etwa per Postident. Für 49 Prozent der befragten Händler ist dies sehr wichtig. Bei der konkreten Ausgestaltung des Ratenkaufprodukts stehen mehrere Merkmale in besonderem Fokus. Zu den wichtigsten Merkmalen zählen aus Händlersicht die volle Gebührentransparenz gegenüber dem Kunden (77 Prozent) sowie die garantierte Risikoübernahme (75 Prozent). Auch die Einfachheit der Einbindung in die händlereigenen Systeme ist für zwei Drittel der Befragten wichtig.

Nicht zuletzt ist vielen Händlern (57 Prozent) im Zeitalter des Multi-Channel-Handels auch die Einsatzmöglichkeit des Ratenkaufs sowohl im Online-Shop als auch im stationären Geschäft wichtig. Nicht alle Ratenkaufanbieter können dies abbilden, obwohl die Händler das Verfahren natürlich am liebsten aus einer Hand haben wollen (67 Prozent). Interessant dabei ist, dass der Ratenkauf offenbar auch ohne die Möglichkeit der Null-Prozent-Finanzierung funktioniert. Der Kunde ist beim Ratenkauf durchaus bereit, für das Bezahlen etwas zu bezahlen.

Positiv für die Conversion-Rate

Die Studie zeigt zudem, dass in vielen Fällen die Einführung einer Ratenkaufoption weitere positive Effekte hat. 74 Prozent der Händler stimmen der Aussage zu, dass sich durch die Einführung einer Ratenkauflösung höhere Warenkörbe realisieren lassen. Bei einer höheren Conversion Rate liegt der Wert bei 69 Prozent, bei einer gestiegenen Kundenzufriedenheit bei 64 Prozent. In Summe zeigen die Ergebnisse der Studie, dass der Ratenkauf eine gute Ergänzung zu den gängigen Zahlungsverfahren darstellt und in vielen Branchen bzw. für viele Warengruppen auch eine sinnvolle Ergänzung bzw. ein Differenzierungsmerkmal ist.

 

Mehr Informationen zur Befragung finden Sie hier.